Willkommen!

„Einer der Künstler, die Wiederholung und Konsequenz als Programm haben, gewissermaßen künstlerische Wiederholungstäter sind, ist Wolfgang Maria Reiter.

Reiter notiert den immer gleich bleibenden Text: „Brüder seid nüchtern und wachsam; denn euer Widersacher, der böse Feind, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlinge. Widersteht ihm tapfer im Glauben. Unsre Hilfe kommt von dem Herrn. Der Himmel und Erde erschaffen hat.“

Diesen biblischen Text schreibt er, gewissermaßen als Ritual, immer wiederkehrend, einem rhythmischen Duktus folgend, bis zur Zeichenhaftigkeit verändert. Die Blätter selbst können aber auch zu Objekten werden, Papierschiffe aus bis ins Unkenntliche verzerrten Informationen, Faltobjekte mit Verweis auf Himmel und Hölle, Schriftrollen, deren Inhalt schwer dechiffrierbar ist. Die Idee ist Antriebsfeder. Der Text schreibt sich fort, gerät in Bewegung. Der Inhalt ist frei von Anbiederung. Ausdauer und Beharrlichkeit sind als Qualität ablesbar. Die Umsetzung ist frei von Ornamenthaftem. Das Resultat ist authentisch. Das Objekt ist bezeichne(t)nd. Das Bestimmende ist Voraussetzung. Die Spannung ist ungebrochen.“

Gerhard Bruckmüller  © gvdb 2003